Medienmitteilung

vom 26.06.2012

Die Schweizerische Vogelwarte macht auf die Folgen des Klimawandels für die heimische Vogelwelt aufmerksam

Vögel der Schweiz

421 Vogelarten aus der Datenbank
Mehr

Projekte

Artenförderung Turmfalke und Schleiereule
Zum Projekt

Fragen und Auskünfte

Greifvögel und Eulen
Zum Merkblatt

Klimawandel verändert Schweizer Vogelwelt (26.06.2012)

Die Schweizerische Vogelwarte macht auf die Folgen des Klimawandels für die heimische Vogelwelt aufmerksam

Die Bestände von wärmeliebenden Vogelarten nehmen bereits seit mindestens zwanzig Jahren stark zu. Mit dem neuen „Swiss Bird Index® Climate Change“ zeigt die Schweizerische Vogelwarte den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Veränderungen in der heimischen Vogelwelt auf.
Der „Swiss Bird Index® Climate Change“ zeigt, dass die Bestände von Arten, für die eine Zunahme des Verbreitungsgebiets prognostiziert wird, seit 1990 im Durchschnitt stark zugenommen haben (schwarze Linie). Demgegenüber weisen Arten, bei denen ein Arealverlust vorausgesagt wird, keine entsprechend starke durchschnittliche Abnahme auf (rote Linie).
Der Klimawandel verkleinert den Lebensraum des Alpenschneehuhns. Bei ihm ist bereits eine starke Bestandsabnahme sichtbar.

Verwendung der Fotos nur für diese Medienmitteilung und mit Quellenangabe!

Sempach. – Klimatische Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung von Pflanzen und Tieren. Ausgehend von den Voraussagen für das Klima und die künftige Landnutzung in der Schweiz hat die Vogelwarte Prognosen für die Verbreitung der heimischen Vögel erstellt. Zu den Gewinnern zählen wärmeliebende Arten wie der Bienenfresser oder die Blaumerle. Auf der Verliererseite stehen Alpenbewohner, deren Lebensraum aufgrund von klimabedingten Veränderungen immer stärker schrumpft. Für typische Bergvögel wie das Alpenschneehuhn und die Ringdrossel wird es schwierig werden, geeignete Orte zum Brüten zu finden.

Voraussagen bestätigen sich

„Wir wollten wissen, ob unsere Prognosen zu den klimabedingten Veränderungen der einheimischen Vogelwelt zutreffen“, erklärt Niklaus Zbinden, der zuständige Programmleiter an der Schweizerischen Vogelwarte. „Nun können wir zeigen, dass Vogelarten, für die eine Ausbreitung prognostiziert wurde, bereits seit mindestens 20 Jahren zunehmen.“ Für Vögel, deren Lebensraum aufgrund der Erwartungen zurückgehen wird, ist noch kein Trend sichtbar. Dennoch besteht laut Zbinden kein Zweifel: „Unsere Prognosen sind verlässlich. Wir gehen davon aus, dass die prognostizierten Verlierer bald Bestandseinbussen erleiden werden.“

Bereits dramatisch abgenommen haben die Bestände des Alpenschneehuhns: Seit 1990 hat sich die Population um ein Drittel verringert. Wenn der charakteristische Hühnervogel in der Schweiz erhalten werden soll, müssen jetzt in den Hochlagen der Alpen störungsfreie Rückzugsgebiete geschaffen werden.

Quelle

Keller, V., M. Kéry, H. Schmid & N. Zbinden (2012): Swiss Bird Index SBI®: Update 2011. Faktenblatt. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.
www.vogelwarte.ch/swiss-bird-index-sbi-update-2011

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach überwacht in Zusammenarbeit mit hunderten Freiwilligen die Bestandsentwicklung der Schweizer Brutvögel. Diese Entwicklung publiziert sie seit 2005 im Swiss Bird Index®. Erstmals präsentiert sie jetzt den „Swiss Bird Index® Climate Change“, der aufzeigt, wie sich der Klimawandel auf unsere Brutvögel auswirkt. Er wurde vom Bundesamt für Umwelt in sein neues Set von Klima-Indikatoren aufgenommen.
www.vogelwarte.ch/sbi

Weitere Auskünfte

Michael Schaad
Schweizerische Vogelwarte
6204 Sempach
Tel. 041 462 97 35
E-Mail