Der „Swiss Bird Index® Climate Change“ zeigt, dass die Bestände von Arten, für die eine Zunahme des Verbreitungsgebiets prognostiziert wird, seit 1990 im Durchschnitt stark zugenommen haben (schwarze Linie). Demgegenüber weisen Arten, bei denen ein Arealverlust vorausgesagt wird, keine entsprechend starke durchschnittliche Abnahme auf (rote Linie).
(Foto: © Schweizerische Vogelwarte)
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Der Klimawandel verkleinert den Lebensraum des Alpenschneehuhns. Bei ihm ist bereits eine starke Bestandsabnahme sichtbar.
(Foto: © Markus Varesvuo)
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Sempach. – Klimatische Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung von Pflanzen und Tieren. Ausgehend von den Voraussagen für das Klima und die künftige Landnutzung in der Schweiz hat die Vogelwarte Prognosen für die Verbreitung der heimischen Vögel erstellt. Zu den Gewinnern zählen wärmeliebende Arten wie der Bienenfresser oder die Blaumerle. Auf der Verliererseite stehen Alpenbewohner, deren Lebensraum aufgrund von klimabedingten Veränderungen immer stärker schrumpft. Für typische Bergvögel wie das Alpenschneehuhn und die Ringdrossel wird es schwierig werden, geeignete Orte zum Brüten zu finden.
Voraussagen bestätigen sich
„Wir wollten wissen, ob unsere Prognosen zu den klimabedingten Veränderungen der einheimischen Vogelwelt zutreffen“, erklärt Niklaus Zbinden, der zuständige Programmleiter an der Schweizerischen Vogelwarte. „Nun können wir zeigen, dass Vogelarten, für die eine Ausbreitung prognostiziert wurde, bereits seit mindestens 20 Jahren zunehmen.“ Für Vögel, deren Lebensraum aufgrund der Erwartungen zurückgehen wird, ist noch kein Trend sichtbar. Dennoch besteht laut Zbinden kein Zweifel: „Unsere Prognosen sind verlässlich. Wir gehen davon aus, dass die prognostizierten Verlierer bald Bestandseinbussen erleiden werden.“
Bereits dramatisch abgenommen haben die Bestände des Alpenschneehuhns: Seit 1990 hat sich die Population um ein Drittel verringert. Wenn der charakteristische Hühnervogel in der Schweiz erhalten werden soll, müssen jetzt in den Hochlagen der Alpen störungsfreie Rückzugsgebiete geschaffen werden.
Quelle
Keller, V., M. Kéry, H.
Schmid & N. Zbinden (2012): Swiss Bird Index SBI®: Update 2011.
Faktenblatt. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.
www.vogelwarte.ch/swiss-bird-index-sbi-update-2011
www.vogelwarte.ch/sbi
Weitere Auskünfte
Michael
Schaad
Schweizerische
Vogelwarte
6204 Sempach
Tel. 041 462 97 35
E-Mail
